 |
|
|
| |
 |
Auch im Keller arbeiten wir nach der Devise weniger ist mehr
Mit der gleichen Sorgfalt und Behutsamkeit mit der wir im Weinberg mit
unseren Reben umgehen werden auch die Trauben geerntet und verarbeitet. Wir legen
großen Wert auf gesundes und unbeschädigtes Lesegut, das heißt bis zur Presse
werden die Trauben nicht gepumpt oder anderweitig mechanisch belastet. Erst
der aus der Presse ablaufende Saft wird in einen Tank gepumpt und über Nacht
sedimentiert. Am nächsten Morgen wird der obere, klare Teil abgezogen und in
einen Gärtank gelegt. Der Trub wird schonend mit einem Tuchfilter filtriert.
Während der Gärung werden die Weißweine leicht gekühlt, sie sollen je nach
Sorte bei 16-18 Grad vergären. Bei manchen Weinen kann sich die Gärung
bis Weihnachten hinziehen. Oft lassen diese Weine einen gewissen
Restzuckergehalt stehen und zählen nicht selten zu unseren besten Weinen. Nach
der Gärung werden die Jungweine dann vorsichtig von der Hefe abgezogen. Es
soll noch genügend Weinhefe für einen Lagerung des Weines auf der Weinhefe
verbleiben. Beim "sur Lie" Ausbau hält die Hefe den Wein reduktiv (hält
Sauerstoff fern) und tauscht bestimmte Stoffe mit dem Wein aus. Die Weine
werden voller, schmelziger und gewinnen an Nachhalt. Hochwertige Weißweine
liegen teilweise bis September sur Lie und werden direkt von der Weinhefe
abgezogen und abgefüllt. Was bedeutet, dass diese Weine auch erst im Herbst
auf den Markt kommen und meist erst im Folgejahr oder später ihre optimale
Trinkreife erreichen.
Rotwein
Bei der Vinifikation unserer Rotweine setzen wir auschließlich auf das Verfahren
der Maischegärung. Bei diesem klassischen Verfahren werden die roten Farbstoffe,
Tannine, Flavonoide, Phenole usw., kurz alles was einen guten Rotwein ausmacht,
schonend durch den bei der Gärung entstehenden Alkohol aus der Beerenhaut gelöst
und gehen in den Jungwein über. Diese Stoffe befinden sich fast ausschließlich
in der Beerenhaut und sind fest in den dortigen Zellen eingebunden. Erst der
Alkohol bringt die Zellen zum platzen und mobilisiert die Farbstoffe.
Je nach Weinstil kann die Standzeit auf der Maische zwischen 3 Tagen und 3
Wochen dauern. Werden eher fruchtige, leichtere Rotweine mit wenig Phenole zum
baldigen Genuss gewünscht wird einer kürzeren Standzeit der Vorzug gegeben. Bei
den kräftigen nachhaltigen Weinen mit langer Lagerfähigkeit wählt man dann eher
eine lange Standzeit, wohlwissend dass dadurch auch die Trinkreife der Weine
nach hinten verschoben wird. Oft werden diese Weine dann zur weiteren Reifung
ins Holzfass oder Barrique gelegt. Im großen Holzfass oder älteren
Barriquefässern nimmt der Wein kaum noch Stoffe aus dem Holz auf, kann aber auf
eine nahezu optimale Weise atmen, sodass sich die Weine harmonischer, voller
und ausgeglichen präsentieren.
Barrique
Beim Ausbau im Barrique wird der Wein ganz bewusst in neue oder erst ein- bis zweimal
befüllte 225 l Holzfässer gelegt. Hier soll der Wein explizit Stoffe aus
dem Eichenholz extrahieren, die sich dann während der 9-24 Monate andauernden
Reifung im Barrique wieder harmonisieren. Gerade für diesen Vorgang ist ein
gewisser, geregelter Luftaustausch wie er im Holzfass stattfindet
unerlässlich. Nur durch eine ausreichend lange Lagerung im Fass und
anschließender Lagerung auf der Flasche können diese Weine ihr ganzes
Potential entfalten.
|
|
|
|
|